Meine Meinung zu Torchlight

Schon die frühen Zaubersprüche können sich sehen lassen. Teilweise geht allerdings die Übersicht verloren.

Da ich in letzter Zeit mal wieder Lust auf ein Action-Rollenspiel hatte, habe ich mir Torchlight gekauft. Sofort fällt positiv auf, dass das Spiel in einer für ein Spiel aus dem unteren Preissegment (10 €) hübschen Verpackung ausgeliefert wird, in der sich neben einem dicken Handbuch sogar noch ein Artbook befindet. Wo man sonst mal wieder davon liest, dass Publisher darauf verzichten wollen, ihren Spielen Handbücher beizulegen, ist dies eine erfreuliche Ausnahme.

Balsam für jeden Action-Rollenspieler: der nächste Stufenaufstieg.

Spielfluss als oberstes Gebot

Bevor das Spiel beginnt, wählt man aus einem von drei Charakteren aus: Krieger, Fernkämpfer und Magier stehen zur Wahl. Torchlight kommt ohne viel schmückendes Beiwerk aus und so findet man sich nach der Erkundung der überschaubaren (und namensgebenden) Stadt Torchlight schnell in den ersten Kämpfen wieder. Sofort merkt man dem Spiel an, das hier Entwickler am Werk waren, die ihr Handwerk verstehen. Die Kämpfe gehen flott von der Hand, sehen Dank tollen Zaubereffekten richtig schick aus und machen auch viel Spaß. Im Grunde klickt man immer und immer wieder mit der Maus dutzende von Gegnern tot, jedoch haben die Entwickler einige Komfortfunktionen in das Spiel integriert, sodass man nur selten aus dem Spielfluss gerissen wird. An ihrer Seite kämpft zum Beispiel immer auch ein Begleiter, der genau wie Sie über ein Inventar verfügt. Ist ihr Rucksack also einmal voll, geben Sie ihrem Begleiter einfach einige Items. Praktischerweise dürfen Sie ihren kleinen Helfer per Knopfdruck einfach in die Stadt schicken, wo dieser dann seine Gegenstände verkauft. Das hat zwei Vorteile: Erstens muss man selbst seltener in die Stadt rennen, um Waffen und andere Gegenstände zu verkaufen. Zweitens sammelt man auch weniger wertvolle Gegenstände lieber ein, weil man sie komfortabel verkaufen kann.

Einige Ebenen sind optisch an alte Tempelanlagen angelehnt.

Das Crafting-System

Wie bereits in Diablo 2 steht in der Stadt ihre persönliche Schatztruhe, in der Sie ihre Fundgegenstände auslagern können. Ebenfalls wie in Blizzards Klassiker gibt es auch gesockelte Gegenstände, die Sie mit Edelsteinen aufwerten können. Doch nicht nur das: Haben Sie von einem Edelstein der gleichen Qualitätsstufe zwei Exemplare, können Sie diese bei einem Nichtspielcharakter (NPC) in der Stadt zu einem höherwertigen Edelstein umwandeln lassen. Ein anderer NPC trennt auch wieder einen Gegenstand von dem angelegten Edelstein – der Gegenstand wird dabei allerdings zerstört. Mit dem nötigen Kleingeld verzaubert ein anderer NPC Waffen, Ringe, Gürtel, Rüstungsteile und so weiter. So lässt sich aus einer normalen Axt schnell eine generieren, die zusätzlich noch Gift- und Eisschaden verursacht, für eine höhere Angriffsgeschwindigkeit sorgt und die eigene Widerstandsfähigkeit verbessert. Doch Vorsicht: Es besteht ebenfalls die geringe Gefahr, dass alle Verzauberungen flöten gehen, wenn Sie die Dienste des Magiers in Anspruch nehmen. Deshalb sollte man sich immer zwei Mal überlegen, wie oft man sein Glück herausfordert.

Inventar voll? Kein Problem, ihr Begleiter kann ja auch noch einige Gegenstände tragen.

Alte Tugenden, alte Schwächen

Der Kern des Spiels macht viel Spaß. Die Jagd nach neuer Ausrüstung und Erfahrungspunkten motiviert so wie schon einst bei Diablo. Nach jedem Levelaufstieg dürfen Sie Punkte in vier Grundkategorien verteilen und obendrein ihre Spezialfähigkeiten ausbauen oder neue erlernen. Obwohl die Spielbarkeit also sehr gut ist, fand ich das Spiel etwas zu lang – oder besser gesagt, mir hat es zu lange gedauert, bis einem die Entwickler mal wieder eine neue Umgebung präsentiert haben. Leider wiederholen sich auch die Gegnertypen immer und immer wieder. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte gut getan.

Der Magier verlässt sich nicht nur auf seine Zaubersprüche, er beschwört sich auch einige Mitstreiter.

Unterhaltungswert trotz dünner Geschichte

Bombastische Zwischensequenzen wie damals bei Diablo 2 dürfen Sie bei Torchlight nicht erwarten. Die äußerst rudimentäre Geschichte wird von einem Sprecher erzählt oder in Ingame-Sequenzen erzählt. Das ist zweckdienlich, mehr aber auch nicht. Das hat mich jedoch nicht allzu sehr gestört, denn das actionreiche Spiel hat mich auch so gut unterhalten. Und für zehn Euro erwarte ich auch kein Spiel, dass es in allen Belangen mit den Großen des Genres aufnehmen kann. Auch wenn es natürlich Raum für Verbesserungen gibt, vom Spielfluss eines Torchlight darf sich die Konkurrenz gerne eine Scheibe abschneiden.

Und hier noch eine Anmerkung: Torchlight ist ein reines Einzelspieler-Action-Rollenspiel. Mehrspieler-Freunde müssen sich bis zum Erscheinen von Torchlight 2 in diesem Jahr gedulden, denn der Nachfolger soll auch über einen Mehrspielermodus verfügen.

Eine Antwort zu Meine Meinung zu Torchlight

  1. [...] Einen ausführlichen Artikel zu Torchlight finden Sie hier. [...]

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