Ich habe gestern mit einem Freund mehrere Stunden mit dem kooperativen Mehrspielermodus von Borderlands verbracht und ich muss sagen, dass ich selten so viel Spaß mit einem Coop-Modus hatte wie bei diesem Spiel. Warum Borderlands so gut ist, erzähle ich hier.
Die Entwickler von Gearbox verstehen es sehr gut, den Spieler mit Aufträgen zu versorgen. Entweder man geht zu einem Nichtspielercharakter (NPC) oder zum schwarzen Brett, an dem Missionen ausgeschrieben sind. Eine Mission ist dabei immer aktiv. Das Radar zeigt einem die Richtung an, in der sich die Aufgabe befindet. Meistens soll man natürlich irgendwelche Monster oder Banditen ausschalten, manchmal handelt es sich aber auch um stärkere Zwischengegner, die ein taktisches Vorgehen verlangen. In jedem Fall lockt Borderlands – wie jedes gutes Action-Rollenspiel – mit neuen Waffen und Ausrüstungsgegenständen. So eine große Auswahl an Schießprügeln gab es wohl noch in keinem anderen Ego-Shooter. Mal verfügen die Dinger über Zielfernrohre, mal schießen sie mit Schock- oder Brandmunition, mal laden sie schneller nach.
Doch wie lässt sich Borderlands eigentlich einordnen? Ist es wirklich ein Ego-Shooter oder doch eher Action-Rollenspiel? Es sieht aus wie ein Ego-Shooter und fühlt sich auch so an. Bei Gefechten kommt es wirklich auf die Zielgenauigkeit des Spielers an. Von daher ist es für mich primär ein Ego-Shooter mit einem starken Rollenspiel-Aspekt. Denn im Laufe des Spiels sammelt man nicht nur allerlei Waffen auf, man darf auch die Fähigkeiten seines Charakters ausbauen. Zur Wahl stehen übrigens vier Klassen: Söldner, Sirene, Jäger und Berserker. Der Soldat hat zum Beispiel die Spezialfähigkeit, einen Geschützturm aufzustellen. Steigt er genügend Level auf und baut die entsprechenden Fähigkeiten aus, dann feuert sein Turm nicht nur auf Feinde, sondern er regeneriert in seinem Umfeld auch Lebenspunkte und Munition der Verbündeten. Sehr praktisch!
Ehe man sich versieht, hat einen das Spiel fest im Griff. Typische Gedanken wie „Diese Quest noch“ sausen einem durch den Kopf. Doch gerade, als man die Aufgabe erledigt hat, findet man diese neue tolle Waffe, für die man nur noch ein Level aufsteigen muss, um sie endlich mal ausprobieren zu können. Also wird noch ein bisschen weitergespielt. Der Team-Aspekt kommt dabei natürlich nicht zu kurz. Scharfschützen etwa halten sich etwas im Hintergrund und schalten mit ihren durchschlagenden Waffen Gegner auf größere Distanzen aus, während der Soldat schon mal mit dem Schrotgewehr nah an die Feinde herangeht. Wenn dann mal ein Verbündeter im Sterben liegt, kann er sich quasi selbst wiederbeleben, wenn er es schafft, innerhalb eines kleinen Zeitfensters noch einen Feind zu töten. Ansonsten kommt ihnen hoffentlich einer ihrer Mitspieler zur Hilfe. Aber auch wenn das mal nicht klappt, ist das kein Weltuntergang. Ihnen wird ein Anteil ihres Geldes abgezogen und schon sind sie wieder im Spiel. Nach einem Kampf sucht man typischerweise die Umgebung nach Beute ab. So lassen sich allerlei Kisten und Schränke öffnen, um darin nach Geld, Munition und neue Waffen zu finden. Die Entwickler haben die Fundsachen dabei so platziert, dass umsichtige Spieler belohnt werden. Warum nicht auch mal auf ein Dach klettern, da oben könnte noch eine Kiste mit Beute stehen.
Neben all dem Lob gibt es aber auch ein paar Dinge zu kritisieren. Einmal etwa bin ich mit meinem Freund in eine Situation geraten, in der uns zu viele zu starke Gegner gegenüberstanden. Nach dem Tod sind wir aber wieder da wiederbelebt worden, wo sich eben auch die Gegner befanden. Zu allem Überfluss hatten wir auch so gut wie eine Munition mehr. Bis wir dann irgendwann mal die Gegner erledigt hatten, sind wir bestimmt ein Dutzend Mal gestorben. Bis auf solche Frustmomente hat uns Borderlands aber sehr viel Spaß gemacht. Die Mischung aus spaßigen Gefechten und dem Sammeln immer neuer Waffen ist einzigartig. Wir haben jedenfalls gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging.
Gruß,
Felix
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