Tribes: Ascend: Eindrücke aus der Beta-Version

Seit einigen Wochen läuft die Beta-Phase von Tribes: Ascend. Vor etwa zwei Wochen hatte ich das Glück, einen Beta-Key zu bekommen. Meine Erwartungen an Tribes: Ascend waren zunächst gedämpft. Nachdem mich Tribes: Vengeance (2004) wegen seiner heruntergeschraubten Komplexität und der kleineren Karten als beim Vorgänger Tribes 2 (2001) enttäuschte, stand ich einer erneuten Umsetzung der Tribes-Serie skeptisch gegenüber, zumal Tribes: Ascend nicht als gewöhnliche Verkaufsversion in den Handel gelangt, sondern auf ein Free-To-Play-Modell setzt. Nun konnte ich den Titel einige Tage lang spielen und zu meiner Überraschung macht schon die Beta-Version einen außerordentlich guten Eindruck.

Woran liegt es, dass ich schon jetzt viel Spaß mit Tribes: Ascend hatte? Ganz einfach. Der Entwickler Hi-Rez Studios hat es geschafft, die Elemente, die ein Tribes-Spiel meiner Ansicht nach auszeichnen, sehr gelungen in ihrem neuen Titel umzusetzen. Eines der herausragenden Merkmale ist die Art der Fortbewegung. Denn die Spieler laufen nicht einfach auf den großen Karten herum, sie nutzen typischerweise ihr Jetpack um große Distanzen zurückzulegen. Geht einem dann einmal die Energie aus, sollte man idealerweise auf dem Abhang eines Hügels landen, denn dann kann man den Hügel – wie auf Skiern – durch das Halten der Leertaste hinabgleiten und dadurch noch mehr Geschwindigkeit aufnehmen. Durch diese Art der Fortbewegung ist man nicht nur schnell unterwegs, sondern auch für das gegnerische Team nicht so leicht zu treffen.

Beim der Waffenauswahl haben die Entwickler eine gute Balance aus bekannten Waffen (wie dem Spinfusor) und neuen Modellen (wie einem schweren Maschinengewehr) gefunden. Auch Sekundärwaffen wie die Pistole haben ihre Daseinsberechtigung. Wenn man einen Gegner etwa mit dem Spinfusor schwer verwundet hat, macht es durchaus Sinn, die Waffe zu wechseln und ihm mit ein paar Schüssen aus der Pistole den Rest zu geben. Doch nicht alle Waffen stehen einem von Beginn an zu Verfügung. Die Entwickler haben ein Klassensystem ins Spiel integriert. Jede Klasse hat ihre individuelle Bewaffnung. Zu Beginn stehen nur der Ranger und Soldier zur Verfügung. Weitere Klassen können erst ausgewählt werden, wenn sie freigespielt wurden. Tribes: Ascend verfügt nämlich über ein Erfahrungspunkte-System, wie man es aus Mehrspielershootern wie Call of Duty: Modern Warfare 3 kennt. Nach jedem Match werden einem Tokens sowie Erfahrungspunkte  gutgeschrieben. Wenn man genug Tokens angesammelt hat, kann man sich mit ihnen eine neue Klasse freischalten, die man fortan bei jeder neuen Partie auswählen kann.

Die Erfahrungspunkte dienen dazu, für die jeweilige Klasse kleine Boni freizuschalten – ein Äquivalent zu den Perks aus der Call of Duty-Reihe. Diese erlauben es euch, etwa eine zusätzliche Granate mitzuführen oder die Magazingröße eurer Waffen zu erweitern. Wer aber das Scharfschützengewehr des Sentinels oder den Raketenwerfer des Doombringers nutzen möchte, der muss ziemlich lange spielen, denn pro Partie verdient man relativ wenig Tokens. Wem das zu lange dauert, der kann gegen echtes Geld eine weitere Währung kaufen, das Gold. Damit kann man sofort weitere Klassen freischalten. Da mit dem Soldier zu Beginn aber ein guter Allrounder zur Verfügung steht, empfinde ich dieses Modell kaum als störend, schließlich kostet das Spiel in seiner Grundversion keinen Cent.

Den taktisch angehauchten Gefechten wird durch serientypische Elemente zusätzlich Tiefe verliehen. Im Spielmodus Capture the Flag etwa verfügen beide Parteien über eine Basis, deren Funktionalität über einen Stromgenerator sichergestellt wird. Dieser ist logischerweise oft das Ziel feindlicher Angriffe, denn ohne Strom fallen auch Geschütztürme aus und es ist zudem nicht möglich, Vehikel zu ordern. Außerdem stellt sich nach jedem virtuellen Tod die Frage, mit welcher Klasse ihr erneut das Schlachtfeld betretet. Wird eure Basis gerade von Feinden überlaufen, würde sich eine Klasse mit dicker Panzerung und schwerer Bewaffnung anbieten. Ist man dagegen darauf aus, die Flagge des gegnerischen Teams zu klauen, dürfte die Wahl eher auf flinke Klassen wie den Pathfinder fallen.

Überrascht hat mich Tribes: Ascend mit seiner hübschen Grafik. Die vier bisher zur Verfügung stehenden Karten sind schön designt, die Texturen sehen sehr scharf aus (vom kurzeitigen Nachladen einmal abgesehen) und die Waffeneffekte und Explosionen sind effektreich dargestellt. Für ein Free-To-Play-Spiel ist das schon ziemlich beeindruckend. Zudem haben sich die Entwickler von Spielen wie Battlefield: Bad Company 2 abgeschaut, dass es für viele Aktionen Belohnungen in Form von Medaillen gibt. Egal ob man Generatoren und Abwehrtürme instand setzt, feindliche Spieler verwundet oder die Flagge des gegnerischen Teams stibitzt, für diese und viele weitere Aktionen erhält man Medaillen. Durch diese erhaltet ihr Credits, die während einer Partie dazu dienen, Fahrzeuge zu kaufen, Türme oder den Generator aufzuwerten oder solch hinterlistige Hilfsmittel wie Luftschläge anzufordern. Die Fahrzeuge spielen bei Tribes: Ascend jedoch keine so große Rolle wie etwa in der Battlefield-Reihe. Zum einen sind sie recht teuer, zum anderen werden sie schnell von vielen Gegnern angegriffen, ihre Halbwertszeit ist daher eher gering.

Fazit: Wer hätte Gedacht, dass die Hi-Rez Studios ein Tribes-Spiel so gelungen umsetzen? Okay, es handelt sich hierbei im Moment „nur“ um eine Beta-Version, doch schon die macht einen ziemlich runden Eindruck. Mir gefällt vor allem der Spagat zwischen der Umsetzung vom typischerweise taktisch angehauchten Gameplay und den sinnvollen Neuerungen wie den ständigen Belohnungen (in Form von Medaillen), die zum Weiterspielen animieren. Mit den weitläufigen Karten und dem Einsatz von Jetpacks hatte ich in den Gefechten viel Spaß und das typische Tribes-Spielgefühl kam sofort wieder auf. Ich bin sehr gespannt auf den offiziellen Start von Tribes: Ascend, bis dahin werde ich mit Sicherheit noch einige Zeit mit der Beta verbringen.

Eine Antwort zu Tribes: Ascend: Eindrücke aus der Beta-Version

  1. [...] Einen ausführlichen Artikel zu Tribes: Ascend (Beta) finden Sie hier. [...]

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