Lange ist es her, dass ich mir diesen rechteckigen, grauen Kasten namens Playstation gekauft habe. In meiner persönlichen Auswahl möchte ich Ihnen die Spiele vorstellen, die mir in besonderer Erinnerung geblieben sind.
Der König des Prügelspiels
Tolle Spielbarkeit, hübsche Grafik und viele verschiedene Kämpfer, das sind die Erfolgszutaten für Tekken 3. Bei der großen Charakter-Auswahl ist für jeden Spieler ein(e) passende(r) Kämpfer(in) dabei. Nehme ich Eddy, der wie ein aufgekratzter Sportler nicht ruhig auf der Stelle stehen kann und die wildesten Verrenkungen vollführt? Oder lieber Hwoarang, der mit seinem langen Beinen Gegner zurück auf den Boden der Tatsachen holt? Oder, oder, oder… Die Grafik war damals sehr hübsch und bestach vor allem durch flüssige Animationen, bunte Effekte und aufwändige Rendersequenzen. Wer fleißig gespielt hat, schaltete zudem den sogenannten „Tekken Ball Mode“ frei. Darin stehen sich zwei Spieler gegenüber und schlagen oder treten auf einen Ball ein. Der fliegt dann zum anderen Spieler, der den Ball im richtigen Moment zurückschlagen muss. Der Clou: Je öfter der Ball einen Treffer kassiert, desto schneller wird er. Ist das Tempo am Anfang sehr moderat, geht es später um schnelle Reflexe. Wer dann zu spät oder zu früh auf die Tasten haut, wird vom Ball getroffen und hat die Runde verloren. Extrem simpel, extrem spaßig.
Runden-Strategie-Schwergewicht
Es gibt da ein Spiel, mit dem man sich locker wochenlang beschäftigen kann: Front Mission 3. Das Spielprinzip erinnert an den Klassiker Battle Isle. Sie kommandieren rundenweise eine Handvoll Mechs (hier Wanzer genannt) auf kleinen oder großen Schlachtfeldern. Erst dürfen Sie ihre Einheiten in Stellung bringen und feindliche Truppen angreifen, danach ist die künstliche Intelligenz an der Reihe. Nun, was ist so besonders an diesem an sich bekannten Spielprinzip? Erstens: Ihre Einheiten verbessern sich im Kampf. Sie lernen neue Fähigkeiten, wie etwa höhere Treffsicherheit, die anschließend zufällig bei Angriffen eingesetzt werden. Außerdem dürfen sie von Zeit zu Zeit neue Ausrüstung für ihre Wanzer kaufen, was zum Weiterspielen motiviert. Zweitens: Die Geschichte dreht sich um einige zentrale Figuren, die sie während der strategischen Kämpfe befehligen. Die Charaktere sind dabei nicht austauschbar, sondern wachsen einem während der „über 150 Stunden Spielzeit“ (Zitat von der Packungsrückseite) ans Herz.
Rollenspiel mit innovativem Kampfsystem
Denke ich zurück an Vagrant Story, kommen mir solche Dinge wie „packend-inszenierte Geschichte“ oder „tolles Kampfsystem“ in den Sinn. Das Rollenspiel ging in vielerlei Hinsicht neue Wege. Die Geschichte wurde in tollen Zwischen- sequenzen erzählt – und das, obwohl sie ohne Sprachausgabe auskommen. Mit dem Helden fieberte man bald mit, wurde doch seine unschuldige Familie umgebracht. Auch das Kampfsystem bot Neues: Traf man auf einen Gegner, fror die Zeit ein. Nun konnte man in aller Ruhe ein Körperteil anvisieren (ähnlich wie heutzutage in Fallout 3). Doch es ging auch um schnelle Reflexe. Im richtigen Moment galt es, die Angriffstaste zu drücken, um einen weiteren Schlag auszuführen. Nach dem ersten konnten Sie einen weiteren Treffer landen, haben Sie das passende Zeitfenster erwischt und so weiter und so fort. Doch viele Treffer in Folge hatten auch ihren Preis: Die „Risk“-Leiste füllte sich, sodass die Wahrscheinlichkeit sank, Gegner bei folgenden Attacken zu verletzten. Da hilft dann nur, einen Trank zu sich zu nehmen, der das „Risk“-Level wieder senkt. Neben diesen Alleinstellungsmerkmalen durften Sie obendrein noch eigene Waffen zusammenbauen.
Durchbruch der Stealth-Actionspiele
Was hier 1999 in Deutschland erschien, sollte die Spiele-Landschaft nachhaltig beeinflussen. Metal Gear Solid machte nicht nur den Schöpfer Hideo Kojima zu einem der berühmtesten Spiele-Entwickler, es folgten auch viele weitere Spiele, die das Prinzip ums Schleichen und Austricksen der künstlichen Intelligenz aufgriffen. Als Solid Snake sollen Sie eine Terroristen-Basis infiltrieren, so viel zum Ausgangspunkt der Handlung. Dafür schleichen Sie sich an allerlei Wachen vorbei, lenken Sie ab und überwältigen Sie. Natürlich kommen auch Schusswaffen zum Einsatz, doch die Munition ist meist knapp und daher ist eher subtiles Vorgehen gefragt. Die spannende Handlung und das durchdachte Spielprinzip sorgten für so große Begeisterung, dass weitere Nachfolger und Erweiterungen erschienen.
Hervorragender Ego-Shooter

Die durchschnittliche Bewertung von Medal of Honor: Underground liegt bei 86 % (Quelle: metacritic.com).
Die bekannteste Ego-Shooter- Marke heutzutage ist wohl Call of Duty mit dem demnächst erscheinenden Modern Warfare 2. Im Jahr 2000 war eine andere Reihe bestens bekannt: Medal of Honor. Damals erschien der zweite (Playstation-)Teil: Medal of Honor: Underground. Als französische Widerstandskämpferin sabotierten Sie die Achsenmächte. Auch wenn Sie manchmal als Fotografin verkleidet feindliche Lager ausspionierten, waren Sie die meiste Zeit mit dem Gewehr im Anschlag unterwegs. Die abwechslungsreichen Levels führten sie durch Frankreich, Italien, Griechenland, Deutschland und Afrika. Der hervorragende Soundtrack sorgte für eine intensive Spielerfahrung, die Gefechte machten einfach eine Menge Spaß und die grafische Qualität war für Playstation-Verhältnisse sehr gut.
Hack and Slay
Diablo ist eine der Spielmarken überhaupt. Inbegriff der Sammelwut. Wegbereiter für das BattleNet. Erfolgsmarke von Blizzard. Glücklicherweise haben die Entwickler auch an die Playstation-Besitzer gedacht und eine angepasste Version für die Konsolen-Spieler herausgebracht. Natürlich musste die Steuerung des Action-Rollenspiels für das Gamepad angepasst werden. Kurios: Während das Spiel auf dem PC nur in englischer Sprache erschien, wurde die Playstation-Portierung übersetzt. Das Spielprinzip blieb aber unberührt. Am Anfang entscheiden Sie sich für eine von drei Charakter-Klassen (Krieger, Jägerin oder Zauberer) und erforschen nach und nach jedes der 16 zufallsgenerierten Levels. Dabei treffen Sie auf Horden von Monstern, die sie bekämpfen. Sie erhalten Erfahrungspunkte, steigen im Level auf und dürfen die Attribute ihres Helden verbessern. Außerdem lassen manche Gegner wertvolle Items fallen, etwa Rüstungen, magische Ringe oder bessere Schwerter. Das Prinzip ist simpel, lässt Sie aber nicht so schnell wieder los. Auf dem PC dürfen Sie im BattleNet mit anderen Spielern die Dungeons erforschen, die Playstation-Version dürfen Sie immerhin zusammen mit einem Freund/einer Freundin spielen. Manche Spieler dürfen es doof finden, dass man stets zusammen auf einem Bildschirm die Gegend erkundet. Ich finde das gerade besonders gut, da man stets zusammen unterwegs ist und sich so ein starkes „Wir-Gefühl“ entwickelt. Diablo wurde von Blizzard vorbildlich auf die Playstation portiert, einzig die langen Ladezeiten nerven etwas.
Witziger Worms-Klon
Frontschweine greift das Spielprinzip von Worms auf und reichert es mit einer netten Einzelspieler-Kampagne an. Rundenweise bewegen Sie ein Schwein aus ihrer Truppe über die dreidimensionalen Schlachtfelder, entscheiden sich für eine Waffe, zielen, legen Winkel und Feuerkraft fest und hoffen, dass sie möglichst großen Schaden beim gegnerischen Team anrichten. Sind alle feindlichen Truppen erledigt, ist die Mission gewonnen. Die Kampagne ist witzig präsentiert und motiviert, denn Sie dürfen ihre Truppen später auch aufwerten. Das Ganze macht zusammen mit Freund enbesonders Laune. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad im Verlauf der Kampagne etwas zu stark ansteigt (Stichwort: Treffsicherheit der künstlichen Intelligenz), so wurde mit Frontshweine ein bekanntes Spielprinzip gelungen adaptiert.
Zusammen stark
Zugegeben, Star Wars: Episode I: Jedi Power Battles gehört nicht unbedingt in eine Bestenliste. In dem Actionspiel schnetzeln Sie sich als Lichtschwert-schwingender Jedi durch Unmengen von Feinden. Eigentlich ist das nichts besonderes. Doch es gibt eine Sache, die das Spiel aufwertet: der kooperative Mehrspielermodus. In dem dürfen Sie zusammen mit einem Freund/einer Freundin durch die Levels rennen. Das macht noch einmal deutlich mehr Spaß, als das Spiel alleine zu bestreiten. Als nervig sind mir die Sprungpassagen in Erinnerung geblieben, bei denen man schnell wertvolle Credits verlor.
Ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Spielen wünscht
Felix







Verfasst von kanonenfutta 






























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